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Bericht und Bilder:

Lars Lepperhoff, Ittigen bei Bern / Schweiz  Gefiederter Freund Juni 2017

Der Spezialist der Goldbug- oder Meyers-Papageien (Poicephalus meyeri)

Rudi Kock aus Heist bei Hamburg in Deutschland konzentriert sich auf die Haltung und Zucht von Meyers-Papageien. Diese Art hat sechs Unterarten und ist über weite Teile Afrikas südlich der Sahara verbreitet. Rudi Kock ist wohl der einzige exzellente Kenner aller Unterarten. Er züchtet sie alle in seinen Volieren.

Normalerweise pflegen Papageienzüchter in ihren Volieren unterschiedlichste Arten. Nicht so Rudi Kock aus Heist. In seinen 16 Volieren leben mit Ausnahme eines Paars Reichenows Kongopapageien (Poicephalus robustus reichenowi) alle sechs Unterarten der Meyers-Papageien. Nichts deutet auf eine solch spezialisierte Papageienzucht hin, wenn man an der Straße Große Twiete 11 in Heist nördlich von Hamburg steht und die Fenster mit ordentlich vorgebrachten Gardinen, Garage und aufgeräumtem Vorgarten mit kurz geschnit-tenem Rasen betrachtet. Doch gleich hinter einer Türe links neben der Garage beginnt Rudi Kocks besonderes Reich der Meyers-Papageien.

              

Bruten im Winter und Sommer

Ein Gang führt in ein Vorzimmer, das Kock als Futterküche und Werkstatt nutzt. Weiter folgen linkerhand die Innenabteile seiner Papageienvolieren, die nie zu enden scheinen. Die Innenvolieren mes-sen 1,55 x 1,15 x 2 Meter. Vom Gang aus wird mit Fuoreszenröhren beleuchtet. die Temperatur wird im Winter auf 10° C gehalten. Das Vogelhaus wird über die gleiche Heizung wie das Wohnhaus erwärmt. Rudi Kock sagt: Da die afrikanischen Papageien im Winter brüten, habe ich in allen Nistkästen Nistkastenheizungen. Meistens zeitigen meine Paare aber im Sommer und im Dezember je ein Gelege. Diese Brutfreudigkeit in allen Jahreszeiten scheint darauf zurückzuführen zu sein, das Meyers Papageien mit ihrem ungefähr 4400 Kilometer in der Nordsüdausdehnung und ca. 2400 Kilometer in der Westostaus-dehnung extrem grossen Verbreitungsgebiet in Afrika zu allen Jahres-zeiten brüten. Zudem sind sie von 200 bis zu 2200 Meter überdem Meeresspiegel anzutreffen. Das schreiben Dieter Hoppe und Peter Welcke in ihrem Buch  <Langflügelpapageien>, das 2006 im Ulmer-Verlag, Stuttgart, erschien. Innen reicht der Papageienliebhaber das Futter in drehbaren Futtertüren. Er füttert ein trockenes Körner-gemisch von Versele Laga für afrikanischen Papageien und meistens Äpfel. Ich bin nicht so sehr ein Früchteliebhaber, sagt er, der mit dieser Fütterungsmethode langfristigen Erfolg hat. Lediglich noch Eifutter reicht er zusätzlich.

                        

                        

Südafrikanischer Meyers Papagei (Poicephalus              meyeri tranvaalensis)

Bekannte Persönlichkeit.

​Kock fühlte sich schon immer zu Vögeln hingezogen, denn als Schuljunge hielt er Tauben. Nach der Heirat 1961 begann er dann, sich Papageien zu widmen. Auch er hieltfrüher die ver-schiedensten Arten. Sein Vogelhaus hat er bereits 1970 gebaut, hat es dann aber späterstetig erweitert. Seit mehr als 20 Jahren hat er sich nun aber den Afrikanern verschrieben und ganzbesonders den Meyers Papageien. Sie gefallen mir am besten, sagt Kock und lächelt verschmitzt. Zudem streicht er heraus, dass sie nicht laut sind.

Nicht nur, wer regelmässig Tagungen in Deutschland besucht kennt Rudi Kock. Er ist auch in der Schweiz eine bekannte Grösse, war er doch beispielsweise auch bei der letzten nationalen Ausstellung in Pfäffikon Schweiz zugegen. Auf den Tagungen des Fonds für bedrohte Papageien fehlt er eigentlich nie

 

            

    Junger Ostafrikanischer Meyers Papagei (Poicephalus meyeri matschiei)

                 

     Namibia Meyers Papagei (Poicephalus meyeri damarensis)

​Papageienkenner, Zuchtbuchführer und Computerexperte.

​Rudi Kock hat sich zur Kapazität für Meyers Papageien entwickelt. Wer mit ihm spricht, dem wird sofort klar, welch immenses Wissen er sich in den zwei Jahrzehnten Haltung und Zucht von Meyers Papageien angeeignet hat. Um die Unterarten so zweifelsfrei voneinander unter-scheiden zu können, bedarf es großer Erfahrung. Für Kock ist das ein Kinderspiel, und seine Kenntnisse werden auch europaweit von Züchtern geschätzt. "Ich erhalte anfragen aus verschiedensten euro-päischen Ländern für Nachzuchten" sagt er, darin seiner Vogelanlage schon Züchter unterschiedlichsten Regionen empfangen hat. So pil-gerten auch immer wieder Schweizer in dieser Mekka der Meyers-Papageien. Rudi Kock führt auch das zuchtbuch für Meyers und Braunkopfpapageien der VZE. Er sagt, dass derzeit 2800 Lang-flügelpapageien von 140 Züchtern gemeldet seien. Rudi Kock arbei-tete, doch schon lange ist er pensioniert und kümmert sich praktisch vollamtlich um seine Papageien und deren Verwaltung. Der Tod seiner Frau hat ihn schwer getroffen, doch er findet in der Arbeit mit seinen Papageien Trost und Erfüllung. Rudi Kock ist auch ein Compu-terexperte, führt Zuchtbücher, wie sie Zookuratoren, ist mit aller welt in Kontakt und betreut seine Webseite. Sein Büro ist voller Bildschirme. Speicherkarten und Sticks. Alles voller Informationen zu Goldbugpapageien!

            

               Beide P.meyeri reichenowi 7 monate alt,                      links der Hahn rechts die Henne.

P.meyeri reichenowi 7 Jahre alt + Hahn

 

Die Farbgebung der Unterarten der Meyers-Papageien in verschiede-nen Altersstadien ist komplex. So hat Rudi Kock festgestellt, das sie teilweise anders gefärbt sind, wenn sie jung sind. Beim Ostafrika-nischen Meyers Papagei bespielsweise sind die Flügelunterseiten beim weibchen gelb gefärbt. Wenn es erwachsen ist verliert sich die Fär-bung. Er kann bei Jungvögel diese Unterart auch die Geschlechter unterscheiden. "Wenn nur die Federspitzen unter den Flügelngelb sind, dann handeltes sich um ein Männchen", sagt der Kenner. 

Die Flügelunterseiten des Ostafrikanischen Meyers-Papageis (Poicephalus meyeri matschiei) sind beim Jungvogel sehr gelb, beim erwachsenen nicht mehr. Hier handelt es sich um ein Weibchen, da die zweite Reihe an Unterflügelfedern auch gelb ist (wenn nur die Spitze gelb ist, dann handelt es sich um ein Männchen)

Alter 10 Monate ein Männchen, 13 bis 14 Monate dann sind die Gelben Spitzen weg.

Das ist einer der 13 bis 14 Monate alt ist, dann sehen alle Goldbugpapageien gleich aus. 

                           Uganda Meyers Papageis                              (Poicephalus meyeri saturatus)

​Rudi Kock geht weiter seinen Volieren entlang und erklärt: "Hier, das ist ein Typischer saturatus". Damit meint er ein Uganda Meyers Papagei. Er hat eine grasgrüne Brust und verschiedene gelbe Federn am Kopf. Kock weiß auch, das junge Ostafrikanische Goldbugpapa-geien Gelb am Oberflügel haben, die Angola-Goldbugpapageien aber als Jungvogel kein Gelb aufweisen. "Erst wenn sie 13 - 14 Monate sind, zeigen sich gelbe Federchen", sagt Kock, der auch Mischlinge erkennt, die es leider oft bei den Goldbugpapageien. Dazu sagt er beispielsweise: Wenn das Gelb am Oberflügel bei jungen Ostafrika-nische Meyers Papageien Verwaschen ist, dann handelt es sich um Hybriden. Höchst erstaunlich ist auch, dass die Namibia Meyers Papa-geien nach den Beobachtungen Kocks erst nach sieben Jahren gelb am Kopf ausbilden. Grundsätzlich hat Rudi Kock festgestellt, das  Jung-vögel, die er von Hand aufzog, dunkler im Gefieder waren. Normalerweise lässt er aber seine Altvögel die Jungen selber auf-ziehen. Wenn sie selbständig sind, etwa im Alter von fast einem hal-ben Jahr, hält er sie zusammen im Schwarm. Das würde während zwei bis drei Jahren gut gehen. "Die Geschwisterpaare Schlafen immer zusammen", sagt der gute Beobachter. Erweiß aber auch, daß die Gemeinschaftshaltung zeitliche Grenzen hat: " Wenn die Männchen zwei bis drei Jahre alt sind, dann muß ich sie trennen, denn sonst beißen sie sich tot".

Altes Wildfang Paar über 30 Jahre alt. Ostafrikanischer (Poicephalus meyeri matschiei, die Alten matschiei haben vor 20 Jahren 2 mal im Jahr 3-4 Junge groß gezogen.

Die Nominatform, der Meyers Papagei (Poicephalus meyeri meyeri) stammt aus Ost-Äthiopien, dem Südsudan und aus der Zentralafrikanischen Republik.

Rudi Kock ist ein gutes Beispiel, welch immerses Wissen bei vielen privaten Haltern und Züchtern zu Papageien vorhanden ist, das auch für die Wissenschaft von grosser Bedeutung ist. Rudi Kock konnte es sich aneignen, indem er sich spezialisierte. So wurde er zum Experten für Meyers oder Goldbugpapageien.

Wer mehr wissen möchte, findet Rudi Kock auch im Internet:


E-Mail: info@goldbugpapageien.net

Internet: www.goldbugpapageien.net 

 

 




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